„Sicherheit ist kein Projekt, das man mal vier Wochen macht.“

Technik ist gut und schön – solange sie funktioniert. Das gilt für die Informationstechnologie (IT) in Betrieben besonders, denn ohne IT laufen viele betriebliche Prozesse gar nicht mehr.

Einen kleinen oder größeren Schaden hat fast jedes Unternehmen schon erlebt – mit unangenehmen Folgen. Wie man sich vor IT-Schäden schützt und was man ganz praktisch tun kann, erläutert Frank Rustemeyer von HiSolutions, Partner unserer Unternehmensgruppe, im Interview.

Frank Rustemeyer: Als Chief Operations Officer (COO) ist er bei HiSolutions verantwortlich für die Ausgestaltung der operativen Prozesse im Beratungsgeschäft. Außerdem betreut er die Partnerschaft mit der Ecclesia. HiSolutions ist ein Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen, das sich auf die „Sicherheit von Computersystemen“ spezialisiert hat. Es unterstützt Kunden nahezu aller Branchen sowie der öffentlichen Verwaltung dabei, Systeme sicherer zu machen. Bei Schadenfällen oder Cyberangriffen begleitet es Organisationen bei den drei Kernaufgaben: aufklären, was vor sich geht; Schaden begrenzen; wieder in den normalen Betrieb kommen. Bei HiSolutions arbeiten knapp 200 Mitarbeitende an fünf Standorten, die meisten am Hauptsitz Berlin.

 

Informationsdienst: Sie kümmern sich um die IT-Sicherheit von Unternehmen und Organisationen. Wie lange dauert es, einen Schaden im IT-System zu beseitigen?

Frank Rustemeyer: Das kommt auf den Schaden an. Und auf den Kunden. Manche Fälle, zum Beispiel einfache Virusattacken, können wir sehr schnell in den Griff bekommen, wenn alle Präventionsmaßnahmen stimmen. Ein gut vorbereitetes Unternehmen kann dann eine Datensicherung zurückspielen, das befallene Gerät neu aufsetzen und relativ schnell wieder im Normalbetrieb arbeiten.

Wir begleiten aber auch komplexe Schadenfälle, angefangen bei solchen, wo entweder Präventionsmaßnahmen nicht da waren oder nicht funktioniert haben, bis hin zu hochkomplexen Angriffen, die in den Bereich Industriespionage gehen, wo ganze Konzerne monatelang unterwandert werden. Da dauert es dann auch Monate, bis man solch ein Netz wieder unter der eigenen Kontrolle hat.

 

Das klingt teuer.

Frank Rustemeyer: Der Ausfall ist meistens das größte finanzielle Problem: Wenn beispielsweise 100 Leute nicht arbeiten können, gibt es keine Erträge, aber die Kosten laufen weiter. Dazu die Kosten, die durch den Schaden verursacht werden: Dinge, die neu installiert werden müssen, Rechtsanwaltskosten, Kommunikationskosten und Kosten für Dienstleister wie uns. Die Schadenssumme geht bei einem ernsteren Angriff sehr schnell in fünf-, sechsstellige Bereiche.

 

Welches sind die Hauptrisiken, denen IT-Systeme und damit die Unternehmen ausgesetzt sind?

Frank Rustemeyer: Es gibt „technisches Versagen“: Ausfälle, kaputte Datenträger, die Schäden verursachen können. Solche Risiken kann man im Betrieb recht gut einplanen und beherrschen. Schwieriger wird es in dem Bereich, wo menschliche Fehlhandlungen Schäden verursachen, im schlimmsten Fall wirklich bösartiges Handeln. Die Bandbreite reicht von ungerichteten Angriffen von außen, bei denen Hacker versuchen, in Netze einzudringen, bis hin zu eigenen Mitarbeitenden, die sich bereichern oder dem Unternehmen schaden wollen – etwa aus Rache. In diesen Fällen sind die Schäden meist schlimmer und schwerer zu beherrschen als beim Angriff von außen, denn ein Innentäter kennt die internen Strukturen.

 

Wie kann man sich schützen?

Frank Rustemeyer: Man kann ganz viele Schutzmaßnahmen ergreifen, die alle ihre Wirkung entfalten: zunächst im technischen Bereich, dann durch Prozesse, also beispielsweise, dass Aufgaben nur im „Vier-Augen-Prinzip“ erledigt werden, ferner durch Vorgaben, durch Kontrollen, durch Schulungen … Nicht für jedes Unternehmen ist es angemessen und wirtschaftlich leistbar, hier auf die allerhöchste Stufe zu zielen. Es ist letzten Endes ein Abwägen zwischen Aufwand und Risiko: Welche Prozesse sind überhaupt IT-abhängig und in welcher Ausfall-Zeit führt das zu welcher Problemklasse? Welche präventiven Maßnahmen kann man ergreifen, die mit überschaubarem Einsatz eine große Schutzwirkung erzielen? Und welches sind Risiken, die man auch sehend in Kauf nehmen kann?

 

Gemeinsam mit unserer Unternehmensgruppe haben Sie das CyRis-Programm entwickelt, das genau so etwas macht: Risiken im IT-Bereich systematisch analysieren, priorisieren, Maßnahmen zur Cybersicherheit festlegen. Was genau bietet das CyRis-Programm für Unternehmen des Gesundheitswesens und der Sozialwirtschaft?

Frank Rustemeyer: Das Thema Cybersicherheit ist komplex. Die Fragen „Wo stehen wir bei unserer Cybersicherheit und was kann schiefgehen?“, sind bei einer Geschäftsleitung oft wenig im Fokus, nicht mal bei den IT-Leuten. Denn die kümmern sich ja vor allem darum, dass der Betrieb läuft. Deswegen haben wir als Einstieg in das CyRis-Programm den CyRis-Basis-Check zur allerersten Standortbestimmung aufgenommen. Das ist ein kleines Projekt, wo ein Fachmann von uns mit viel Erfahrung einen Tag in der Institution verbringt, Gespräche mit verschiedenen Ansprechpartnern führt, sich anguckt: Wie sind die Schutzmaßnahmen aufgestellt? Er vergleicht die Ergebnisse mit seiner Erfahrung und gibt am Ende eine erste Einordnung: „Hier seid ihr gut und da müsst ihr noch was tun.“

 

Können Schutzmaßnahmen vorbeugend mit den kriminellen Tätern mithalten oder immer nur im Nachhinein Schäden beseitigen?

Frank Rustemeyer: Man kann durchaus mithalten. Allerdings das Ziel „Ich bin immun gegen Angriffe“, das werden wir nicht erreichen. Dazu ist das Themenfeld zu komplex und die Entwicklung viel zu schnell. Aber es ist auch kein Hinterherhechten. Es gibt gute Empfehlungen für Standardschutzmaßnahmen oder wie man ein Sicherheitsmanagement aufsetzt. Natürlich werden sich neue Angriffe entwickeln, auf die man dann nur reagieren kann. Doch so etwas entsteht ja nicht plötzlich, sondern das sind Entwicklungen über Zeiträume, die man beobachten kann.

 

Wie kann ein Unternehmen, das keine IT-Fachleute hat, sein IT-System sicher aufstellen?

Frank Rustemeyer: Die Technik ist nur eines der Elemente eines Schutzkonzeptes. Es gehören auch Prozesse dazu, die die sicherheitskritischen Aufgaben im Unternehmen regeln. Man muss sich als Geschäftsführer darum kümmern, dass diese Prozesse funktionieren: Es muss Leute geben, die sich verantwortlich fühlen; andere Leute, die schauen, wie sich die Technologie weiterentwickelt, auch die Technik im eigenen Hause. Diese Leute planen auch: Was sind die Sicherheitsmaßnahmen, die ich brauche? Und man muss überprüfen, ob die Umsetzung funktioniert. Für die ausführenden Tätigkeiten kann man dann Spezialisten heranziehen – aus dem eigenen Haus oder Dienstleister wie uns. Natürlich, dafür sind wir da. Aber die Geschäftsleitung muss sicherstellen, dass etwas erfolgt, und muss eben auch am Ball bleiben. Sicherheit ist kein Projekt, das man mal vier Wochen macht und dann als erledigt abheftet.

 

Wie gut nehmen denn Unternehmen diese Daueraufgabe Sicherheit wahr?

Frank Rustemeyer: Die muss verankert werden in den Organisationen, aber das finden wir sehr wenig. Darum haben wir ein Modul für die Institutionalisierung von Sicherheit geschaffen, die CyRis-Leitlinie. Auch da arbeiten wir in einem Workshop mit dem Unternehmen: Wie könnte ein systematisches Herangehen Ihrer Organisation richtig aufgesetzt werden? Das verschriftlichen wir in einem Papier, der sogenannten Leitlinie.

 

Stichwort „Sicherheitskultur im Unternehmen“. Welchen Anteil hat die am Erfolg eines Schutzkonzeptes?

Frank Rustemeyer: In der Schadenfallsituation macht es einen entscheidenden Unterschied, wie die eigenen Mitarbeitenden reagieren. Darum gehört Training aller Mitarbeitenden dazu, damit sie Risiken erkennen und damit umgehen können. Wenn neue Angriffsvarianten auftauchen, dann kann ein technisches System die nicht erkennen, weil es darauf nicht trainiert ist. Ein Mensch kann, wenn er ein Bewusstsein für die Problematik hat, misstrauisch werden und reagieren.

 

E-Mail ist immer noch eins der Haupteinfallstore, durch die Schadsoftware in ein Unternehmen gelangt. Woran erkenne ich eine falsche E-Mail? Gibt es fünf Kriterien, die ich anwenden kann?

Frank Rustemeyer: Das gab’s früher (lacht): unpersönliche Ansprache, keine Umlaute, schlechtes Deutsch. Das ist viel professioneller geworden. Die E-Mails heute sind meistens in korrekter Sprache und sehr gezielt entworfen, um Schadsoftware zu verbreiten: mit der richtigen Anrede, auch mit einem richtigen Absender, der mit dem Adressaten sowieso in Korrespondenz steht – oft führen die Täter dafür erbeutete Datenbestände zusammen. Wirklich erkennen kann man eine falsche E-Mail meistens nur aus dem Kontext. Wenn man eine E-Mail bekommt mit irgendeinem Anhang, die man nicht erwartet, dann sollte man misstrauisch werden.

 

Und als Mitarbeiterin soll ich mir nie zu blöd vorkommen, bei der Chefin oder dem Chef oder der IT-Abteilung anzurufen und zu sagen: Hier kommt mir etwas spanisch vor.

Frank Rustemeyer: Genau, Aufmerksamkeit und im Zweifel Nachfragen sind entscheidend. Wenn eine Sicherheitskultur vorherrscht, wo ein Vorfall als persönliches Versagen der Beteiligten geahndet wird, führt das tatsächlich dazu, dass Leute nicht fragen und im Zweifel auch Dinge vertuschen: „Da könnte ich was falsch gemacht haben, da sage ich lieber keinem Bescheid.“ Das ist fatal für die Sicherheit. Deswegen ermuntern wir, eine Kultur zu etablieren, wo lieber eine Rückfrage zu viel als eine zu wenig gern gesehen wird.

 

Sie haben Einblick in verschiedenste Unternehmen in unterschiedlichsten Branchen. Erleben Sie da immer wieder dieselben Lücken?

Frank Rustemeyer: Ein Problem, das wir oft sehen, ist die Behandlung von Vorfällen. Selbst wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, denkt man vor allem in der Prävention. Es ist aber ganz wichtig, auch zu gucken, was trotz aller Prävention passiert, und daraus zu lernen, Stichwort Incident-Management. Oft treten nur kleine Sicherheitsvorfälle ein, die nicht gleich zu einem Schaden führen. Die soll man nicht irgendwie „wegarbeiten“, zum Beispiel einfach den PC neu aufsetzen, weil das Tagesgeschäft drängt, sondern wirklich prüfen: Was sind die Ursachen für dieses Vorkommnis? Und sei es nur ein merkwürdiger Eintrag in einem Logfile oder eine harmlose Virusinfektion auf irgendeinem PC. Welche Lücken habe ich in meiner Sicherheitskonzeption, die ich schließen muss?

 

Als Unternehmen sollte ich mich auf einiges vorbereiten, Szenarien durchspielen, damit ich im Schadenfall weiß: Aha, das ist passiert, jetzt muss ich aus der Schublade diesen Plan rausholen und diese Schritte gehen?

Frank Rustemeyer: Unbedingt! Das ist eine Konsequenz aus der Erkenntnis, dass Prävention allein nicht reicht, um das Thema zu erschlagen. Man bewältigt einen eingetretenen Vorfall besser, wenn man vorbereitet ist. Auch dieses Thema ist eines unserer CyRis-Module: Krisenvorsorge, Krisenplanung. Die Fragen dabei lauten: Wer im Unternehmen ist eigentlich dafür zuständig, einen Vorfall zu behandeln? Habe ich so etwas wie einen Krisenstab, wer muss darin vertreten sein? Wo finde ich im Notfall schnell Ansprechpartner für Themen wie rechtliche Beratung, für IT-Forensik, also die technische Unterstützung, für Krisenkommunikation? Wenn ich das alles in Ruhe einmal vorbereite und in einem Plan zusammenschreibe, den ich aus der Schublade ziehen kann, dann spart das enorm Zeit und Stress im Notfall.

 

Kann man sagen: Unternehmen, die vorbereitet waren und die ihre Aufmerksamkeit erhöht haben, bewältigen Schäden schneller und glimpflicher als andere Unternehmen?

Frank Rustemeyer: Ja, das sehen wir sehr deutlich. Das eine ist die Prävention. Sie soll ja das Eintreten des Schadens unwahrscheinlicher machen. Aber Prävention heißt auch, die Folgen eines eingetretenen Schadens abzumildern. Das klassische Beispiel ist Datensicherung. Die sollte heute selbstverständlich sein, aber auch da erleben wir immer noch interessante Dinge. Wenn also Datenverluste auftreten, dann ist es gut, wenn man eine möglichst frische Sicherung der Datenbestände irgendwo auf einem System hat, das nicht am firmeneigenen Netz hängt, da es sonst vom Angreifer möglicherweise gleich mit manipuliert wird. Es ist auch gut, wenn man mal getestet hat, ob die Datensicherung tatsächlich funktioniert und man Daten zurückspielen kann ins System.

Das andere ist die Art der Krisenreaktion. Geraten Unternehmen in den Panikmodus? Das heißt bei einem Cyberangriff oft: erst einmal alles abschalten! Das allerdings bedeutet Stillstand im Unternehmen. Oder gibt es Prozesse, in denen man zielgerichtet analysiert: Was ist überhaupt gefährdet, wie weit ist der Angreifer gekommen, wen kann ich um Hilfe bitten, wen kann ich einbeziehen in kurzer Zeit? Auch wir von HiSolutions stehen im Rahmen des CyRis-Programms als Krisenhelfer zur Verfügung.

 

Als Service wäre an dieser Stelle ein kleiner Infokasten mit fünf Tipps gut.

Frank Rustemeyer (lacht): Solche Tipps gebe ich ganz bewusst nicht. Denn Cybersicherheit ist zum einen komplex, ist eine Herausforderung, die sich nicht auf fünf Maßnahmen reduzieren lässt. Das andere ist die Gefahr, dass man glaubt, wenn man die fünf Tipps erledigt hat, kann man sich anderen Dingen zuwenden. Das ist genau der falsche Ansatz. Man muss sich mit dem Thema auseinandersetzen. Es gibt Standards in dem Bereich, zum Beispiel vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das sind aber nicht fünf Tipps, sondern umfassende Hilfen. Aber natürlich gibt es wichtige Maßnahmen:

  • das Patchen von Systemen, also das Aktuell-Halten der eigenen Software,
  • das Einsetzen von Basis-Schutzsystemen wie Antivirus-Firewall,
  • das Trennen des eigenen Netzes,
  • das Verschlüsseln von Datenverbindungen und von kritischen/sensiblen E-Mails,
  • das Sensibilisieren von Mitarbeitenden, 
  •  das Behandeln von Vorfällen, also das Incident-Management,
  • das ständige Anpassen der eigenen Verteidigungsstrategie.

Aber ich glaube, man kann nicht sagen: Mach das so! Es kann für jede Organisation andere Wege geben.

Das Gespräch führte Antje Borchers aus der Unternehmenskommunikation. antje.borchers@fabp-kunst.de

Versicherungsschutz gegen Terrorschäden

Bedingungen erheblich verbessert

Die EXTREMUS Versicherungs-AG bietet jetzt deutlich mehr Schutz gegen Terrorschäden. Nach sukzessiven Erweiterungen der Bedingungen um diverse Klauseln und vereinzelt gegen Mehrprämie angebotene Deckungsbausteine hat der Spezialversicherer für Terrorrisiken zuletzt ein grundlegend verbessertes Bedingungswerk herausgebracht. Darin wurden sämtliche Klauseln prämienfrei integriert. 

Zugleich gilt: Der Bund hat die Staatsgarantie bei der Absicherung von Terrorrisiken bis Ende 2019 verlängert. Dies geht einher mit einer Änderung der Rückversicherungsordnung. Der Spezialversicherer trägt die ersten 2,5 Mrd. Euro in Verbindung mit dem Rückversicherungsmarkt. Die Staatsgarantie gewährleistet nachfolgend 7,5 Mrd. Euro als Komplettierung der jährlichen Gesamthaftung in Höhe von 10 Mrd. Euro. 


Wir platzieren weltweit…

Während Extremus (ehemaliger Monopolist) in Deutschland noch immer fast Monopol-Charakter hat, kennen wir natürlich auch die Mitbewerber, die unabhängig von Extremus Deckungsschutz anbieten und sorgen für alternative Angebote.  

Als internationaler Versicherungsmakler mit entsprechendem Netzwerk haben wir aber auch die Möglichkeit den Versicherungsschutz weltweit zu organisieren und beispielsweise über Lloyds London zu platzieren. Wettbewerb belebt dann das Geschäft…

Eingangsgröße für eine separate Terrorismusversicherung:
Zunächst sind für eine separate Terrorismusversicherung die Summengrenzen zu prüfen. Unternehmen mit einer Gesamtversicherungssumme bis 25 Mio. Euro können sich weiterhin über ihren Sachversicherer gegen Schäden durch Terrorismus versichern. Für Verträge mit Summen über 25 Mio. Euro bietet Extremus Versicherungsschutz. 
 

Wer ist gefährdet?

Besonders gefährdet sind Unternehmen, die im Blickpunkt des öffentlichen Interesses stehen oder aufgrund von Menschenansammlungen für Terroristen eine besonders große Zielscheibe abgeben, wie Stadien, Theater, Museen, Einkaufszentren/Kaufhäuser, Bahnhöfe, Flughäfen etc. Auch die in der Nachbarschaft befindlichen Objekte unterliegen damit einer höheren Exponierung. 

Ebenfalls gefährdet sind aber auch Unternehmen mit hohem Schadenpotential, von denen im Schadenfall (giftige Gase, Rauch, Umweltschäden) eine besondere Beeinträchtigung der Zivilbevölkerung oder Belegschaft ausgehen kann, wie zum Beispiel Chemieanlagen, Raffinerien oder ganz allgemein Unternehmen in unmittelbarer Nähe zu Kommunen, Städten oder Bioreservaten. 
Wer im Ausland produziert, kann übrigens schon allein durch die dortige inhärente Lage einen Bedarf für eine separate Terrorismusversicherung haben bzw. einer ganz anderen Gefährdung unterliegen. 

Unabhängig davon ist es für unsere Kunden wichtig zu prüfen, ob eventuelle Finanzierungsbedingungen eine Versicherung gegen Schäden durch Terrorismus voraussetzen. 
 

Haftzeiten beachten
  
Wir weisen auf folgende Besonderheiten hin:  
In der Vergangenheit gewährte Extremus in der Betriebsunterbrechungsversicherung nur eine Haftzeit von 12 Monaten. Häufig zieht sich ein Schadenfall aber bedeutend länger hin, weil zum Beispiel der Schaden völlig neue Planungen erfordert oder Maschinen – insbesondere bei Individuallösungen –  nicht so schnell wiederbeschafft werden können. Bitte sprechen Sie Ihren Kundenbetreuer an, wenn Sie eine Haftzeit von 24 oder 36 Monaten für erforderlich halten, um auf der sicheren Seite zu sein.  

Bezüglich des Betriebsunterbrechungs-Szenarios ist zu berücksichtigen, dass es bei Extremus keine Prämienrückgewähr gibt. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Versicherungssumme vor und gegebenenfalls auch während der Vertragsverlängerung/-laufzeit an die im nächsten Jahr zu erwartende Geschäftsentwicklung anzupassen. Ihr Kundenbetreuer unterstützt sie auch in diesem Punkt. 

Folgekosten (zum Beispiel Aufräum-, Abbruch-, Bewegungsarbeiten, Schutzvorkehrungen) sind gemäß Versicherungsbedingungen pauschal mit zehn Prozent der Sachversicherungssumme auf erstes Risiko gedeckt. Um ausreichenden Versicherungsschutz zu erhalten, ist daher im Allgemeinen die Sachversicherungssumme um zehn Prozent zu erhöhen. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob eine Erhöhung Ihrer Versicherungssumme erforderlich ist, sprechen Sie bitte Ihren Kundenbetreuer an. 


Unterbrechungsschaden durch Bedrohungslagen

Neu bietet Extremus jetzt Deckungsschutz, „… wenn in unmittelbarer Folge von Drohung eines Terroranschlages eine behördliche oder militärische Zugangsbeschränkung zu dem(n) Standort(en) des Versicherungsnehmers zum Ertragsausfall beim Versicherungsnehmer führt. Es gilt eine zeitliche Integralfranchise von sechs Stunden“. (Anmerkung: Integralfranchise bedeutet, dass alle Aufwendungen innerhalb der ersten sechs Stunden vom Kunden selbst getragen werden, ab sechs Stunden und eine Sekunde der Schaden insgesamt durch den Versicherer übernommen wird.)

Das Besondere an dieser Deckung ist, dass kein Sachschaden erforderlich ist, sondern aufgrund einer Bedrohungslage und damit verbundenem Behördenhandeln ein reiner Vermögensschaden entsteht. Wir empfehlen, dieses nicht abwegige Szenario gegen einen Prämienzuschlag mit abzusichern.

Ihr Kundenbetreuer macht Ihnen gerne ein Angebot.

ENTWICKLUNGEN & TRENDS DES VERSICHERUNGSMARKTES 2018 (TEIL II)

Wirksamer Schutz gegen Cyberkriminalität

D&O-Versicherung (Directors & Officers Liability)

Im ersten Halbjahr 2018 war der deutsche D&O-Markt aufgrund ausreichender Kapazitäten und neu hinzugekommener Anbieter hart umkämpft, das Prämienniveau unverändert niedrig. Zu beobachten ist der Versuch einzelner Versicherer, die Bedingungen einzuschränken. Bislang gelang dieses jedoch nur bei schadenbelasteten Verträgen oder bei schlechten Bilanzkennzahlen der zu versichernden Unternehmen.

Seit einigen Wochen erklären Versicherer wie die AIG öffentlich, dass die „Managerhaftpflichtversicherung teurer wird“. Hintergrund sei die angespannte Schadensituation, insbesondere Deutsche Großkonzerne müssten mit höheren Prämien rechnen. Begründet wird diese neue Entwicklung mit der steigenden Anzahl von Anleger- und Kundenklagen. Das Prämienvolumen am deutschen D&O-Markt wird derzeit auf rd. 600 Mio. EUR p.a. geschätzt. Laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft liegt der Verlust durch Schäden für die Versicherungswirtschaft in den Jahren 2015 und 2016 bei 114,9 % bzw. 95 %. Unter Berücksichtigung der Kostensätze kommen daher Schadenkostenquoten von 145 % bzw. 125 % zum Tragen, so dass die Rentabilität durchaus in Frage gestellt werden kann.

Ein weiterer Grund für eine Verschlechterung des Prämienniveaus kann in dem Mitte 2018 beschlossenen Gesetz zur Musterfeststellungsklage gesehen werden, da hierdurch das Risiko von Sammelklagen erhöht wird. Negative Erfahrungen haben die Versicherer bereits in den USA gemacht, wo Sammelklageprozesse zu rekordverdächtigen Zahlungen und Vergleichssummen im dreistelligen Millionenbereich geführt und den Markt bereits verhärtet haben. 

Neben der AIG überprüfen auch andere Versicherer wie CNA Hardy und Chubb für die anstehende Renewalphase 2018/2019 ihre Bestände. Dabei werden die Sanierungsbegehren nicht nur an Konzernkunden herangetragen. Auch die sehr günstig kalkulierten Policen von mittelständischen Unternehmen werden auf den Prüfstand gestellt. Einzelne Versicherer fokussieren sich dabei auf besonders schadenträchtige Branchen wie die Kfz-Zuliefererindustrie. Unternehmen mit schlechten Bilanzkennzahlen werden einer gesonderten Überprüfung durch die Aktuare der Versicherer unterzogen.

Soweit Sie als unser Kunde von diesen  Sanierungsbestrebungen betroffen sind, werden wir Sie kontaktieren und über mögliche Alternativen unterrichten. 

Speziell im Bereich der D&O-Versicherung für Commercials (Gewerbe- und Industriekunden) entwickeln Versicherer derzeit Ausschreibungsportale, um durch die Digitalisierung das sehr niedrige Prämienniveau aufzufangen und profitabler zu gestalten. Im Bereich der D&O für Finanzunternehmen und Finanzdienstleister ist eine Stagnation des Prämienniveaus am Markt zu beobachten. Die Makler- und Versicherer-Bedingungen sind unverändert sehr weitreichend ausgestaltet. Auf der „Klauselspielwiese“ finden sich auch dieses Jahr wieder Neuheiten wie z. B. „Übernahme von Krisenberatungskosten im Falle einer Entführung“. Dabei stellt sich ernsthaft die Frage, ob die Aufnahme derartiger Kostenbausteine nicht den originären Zweck der Managerhaftpflicht torpediert.
 

Deckungsrechtliche Fragen zur Zahlungsverbotshaftung nach § 64 GmbHG

Bereits seit Mitte 2017 wird in den Medien die Frage diskutiert, inwiefern Inanspruchnahmen von Managern gemäß § 64 GmbHG, § 92 AktG über D&O-Bedingungen versichert sind. 

Die Geschäftsführer einer GmbH haften für Zahlungen, die nach Insolvenzreife getätigt werden. Dies ist in § 64 GmbHG bzw. 92 AktG gesetzlich geregelt. Versucht ein Geschäftsführer in der möglichen Insolvenzkrise sein Unternehmen durch Zahlungen zu retten, können die in dieser Phase geleisteten Zahlungen im Nachhinein durch den Insolvenzverwalter vom Geschäftsführer persönlich zurückgefordert werden. Verschiedene Gerichte haben in den letzten Jahren entschieden, dass Ansprüche aus § 64 GmbHG keine eigentlichen Schadenersatzansprüche, sondern „Ansprüche eigener Art“ sind. Nach einer Gerichtsentscheidung sind diese Fälle nicht unter der D&O-Police versichert, da keine explizite Benennung der Mitversicherung vorlag (Oberlandesgericht Celle / AZ 8 W 20/16). Je nach Ausgestaltung der Versicherungsbedingungen könnte sich somit die Frage stellen, ob über die D&O-Versicherung entsprechender Versicherungsschutz besteht oder in diesen Konstellationen im Schadenfall mit der Berufung auf die Anspruchs-Kategorie des § 64 GmbHG eventuell abgelehnt würde. Nach unserem Verständnis gehören Inanspruchnahmen, die auf § 64 GmbHG gestützt werden, zum Kernbereich der D&O Versicherung. Die meisten D&O-Versicherer, insbesondere unsere Rahmenvertragspartner, haben nach dem Urteil die Mitversicherung der Zahlungsverbotshaftung explizit bestätigt.
 

Marktsituation

Mittelständische Industriekunden mit einem Umsatz von bis zu 500 Mio. EUR können von der aktuellen Marktentwicklung besonders profitieren. Mit unserem speziell für diese Zielgruppe entwickelten Kombinationsprodukt deas Premium Plus, bestehend aus einer Managerhaftpflicht und Vertrauensschadenversicherung, bieten wir eine Vielzahl von über dem Marktstandard liegenden Klausel-Erweiterungen, einschließlich der besonderen Mitversicherung der „wissentlichen Pflichtverletzung“ im D&O-Teil an.

Aber auch bei Konzerndeckungen ist eine Optimierung der Bedingungen möglich. Für Exzedentenversicherungen macht es Sinn, mit den Versicherern über eine Erweiterung des drop down auch in sublimitierte Bereiche zu verhandeln.
 

Markttrend 2018/2019

Für die anstehende Renewalphase ist eine erstmalige Verhärtung des Marktes bei einzelnen Versicherern zu beobachten. Allerdings handelt es sich derzeit noch um Bestrebungen einzelner Versicherer. Meist sind Alternativen verfügbar. Für gut verlaufende Risiken ist trotz zunehmender Schadenzahlungen und Kostenschäden eine Verhärtung des D&O-Marktes nicht erkennbar. Unverändert bleibt die Auswahl des richtigen Versicherers mit einem guten Vertrags- und Schadenservice maßgeblich.
 

Vertrauensschadenversicherungen

Marktsituation

In der Vertrauensschadenversicherung haben die bedingungsseitigen Erweiterungen durch die Mitversicherung spezieller „Cyberbausteine“ und „Fake President Fraud“ zu einer erheblichen Zunahme der Schadenfälle und Kosten bei den Versicherern geführt. In der Folge ziehen sich einige Anbieter aus dieser Sparte zurück bzw. setzen die positive Beantwortung ausführlicher Risikofragebögen voraus. Bei hohen Versicherungssummen ist eine Rückzeichnung bzw. Einschränkung der Kapazitäten zu erwarten.
 

Markttrend

Für das Renewal 2018/2019 ist mit einer Stagnation der Prämien bzw. nicht unerheblichen Prämiensteigerungen zu rechnen. Es bleibt abzuwarten, ob sich noch weitere Versicherer aufgrund der unprofitablen Schadensituation aus dieser Sparte zurückzeichnen. 
 

Cyberversicherungen

Marktsituation

Im Bereich der Cyberversicherung ist die Anzahl der Neuabschlüsse und das Interesse zur Absicherung dieser Risiken erheblich gestiegen. Konkrete Cyberattacken in den Vorjahren wie z.B. durch WannaCry, Petya, Not Petya oder auch zu Beginn 2018 durch Spectre und Meltdown haben zu einer verstärkten Sensibilisierung in deutschen Unternehmen geführt. Die Anzahl der Attacken nimmt zu, und auch Großschadenszenarien mit mehr als 100 Mio. EUR können nicht ausgeschlossen werden.

Hinzu kommt, dass seit dem Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) am 25.05.2018 für Unternehmen weitreichende Verpflichtungen und Anforderungen im Hinblick auf den Datenschutz gelten. Die Nichteinhaltung der Verordnung bzw. eine Datenschutzverletzung kann erhebliche finanzielle Folgen haben, denn die neue Verordnung sieht Bußgelder von bis zu 10 Mio. EUR oder bis zu 2 % des weltweiten Jahresumsatzes vor.

Mit den deas Cyber Solutions bieten wir Ihnen maßgeschneiderte Lösungen und spezielle Rahmenvertragskonzepte, die als „i-Tüpfelchen“ die Steuerung und Absicherung von Cyberrisiken im Unternehmen komplettieren.
 

Markttrend

Für mittelständische Industriekunden sind ausreichende Kapazitäten am deutschen und englischen Markt vorhanden. Die Anzahl der Versicherer, die dieses Produkt auch am deutschen Markt anbieten, ist steigend. Die Bedingungen sind weitreichend, und das Prämienniveau stagniert im unteren Preissegment. Allerdings ist mit einer steigenden Anzahl von Schadenfällen zu rechnen. Durch die Mitversicherung von Clouds bzw. der Aufnahme von externen Dienstleistern in das Konzept sowie durch die Überschneidung der Cyberdeckung mit anderen Versicherungssparten haben die Versicherer eine teilweise unüberschaubare Kumul-Thematik in ihr Portfolio aufgenommen. Gerade im Bereich der Großrisiken und bei Konzernkunden mit hohen Versicherungssummen beobachten wir derzeit bei führenden Cyber-Versicherern eine Rückzeichnung der Kapazitäten, die Einführung höherer Selbstbehalte und Prämiensteigerungen. Es bleibt abzuwarten, ob diese neue Zeichnungspolitik bestimmter Versicherer auch auf mittelständische Risiken ausgedehnt wird.
 

Rechtsschutzversicherungen

Marktsituation

Durch die gesetzliche Neuregelung der Anwalts- und Gerichtskosten erwarten die Rechtsschutzversicherer eine erhebliche Steigerung der Schadenkosten in allen Rechtsschutzsparten. Bereits im Vorjahr haben Versicherer wie z.B. die Chubb ihr Engagement im Bereich der Strafrechtsschutzversicherung zurückgezeichnet. In 2018 hat nunmehr die GSM ihren Geschäftsbetrieb gänzlich eingestellt. Insofern hat sich die Anzahl der Anbieter weiter verringert.
 

Markttrend

Für die Zukunft ist aufgrund der o.g. Kostensteigerung mit einer Anhebung der Versicherungsprämien in den Rechtsschutzsparten zu rechnen. Zur Absicherung der speziellen Risiken aus der Datenschutz-Grundverordnung haben ausgesuchte Versicherer wie z.B.  Roland speziell  zugeschnittene Rechtsschutzprodukte entwickelt.
 

Prospektversicherungen (POSI und IPO)

Marktsituation

Im Jahr 2018 ist eine steigende Anzahl von Börsengängen und Anleihen zu verzeichnen. Zur Absicherung dieser Risiken bietet sich der Abschluss einer IPO- (Initial Public Offering) oder einer POSI-Deckung (Public Offering of Securities Insurance) an. Hierbei handelt es sich um projektbezogende Vermögensschadenversicherungen zur ganzheitlichen Absicherung dieser speziellen Haftungsrisiken. Auf dem deutschen Markt sind ausreichende Kapazitäten vorhanden, und eine Vielzahl von Versicherern bietet Führungs- oder Beteiligungsquoten an.
 

Markttrend 2018/2019

Durch den Wettbewerb und ausreichenden Kapazitäten auf dem deutschen und englischen Markt ist eine Prämiensteigerung nicht zu erwarten, wobei die Prämiengestaltung grundsätzlich individuell und risikobezogen erfolgt.
 

M&A-Versicherung 

Zur Absicherung von Transaktionsrisiken (speziell Unternehmensverkäufe oder -zukäufe) kann über den deutschen bzw. englischen Markt die sogenannte Warranty & Indemnity Insurance (W & I) abgeschlossen werden. Über dieses Produkt können speziell die Garantien aus den Kaufverträgen abgesichert werden. Gemeinsam mit unserem internationalen Partner stehen wir gerne beratend zur Verfügung, um Angebote vom deutschen oder englischen Versicherungsmarkt einzuholen.


Unsere Experten aus dem Competence Center Financial Lines stehen Ihnen zu diesen Thematiken gerne beratend zur Seite. 

Gefährlicher Trojaner legt Computer lahm

Achtung vor fingierten E-Mails

Getarnt in Bewerbungsmails, ist eine neue Schadsoftware im Umlauf, die Daten auf den befallenen Computern verschlüsselt. Die kriminellen Urheber des Trojaners verlangen dann Geld zur Entschlüsselung der Daten.

Experten des Landeskriminalamtes Niedersachsen haben jetzt davor gewarnt.  

Der Erpressungstrojaner GrandCrab verberge sich in E-Mails mit Betreffzeilen wie „Bewerbung auf die ausgeschriebene Stelle“ – dann folgt der Name einer Frau. Die E-Mail enthält einen kurzen Begrüßungstext, ein Foto einer jungen Frau ist ebenfalls beigefügt.

Im Anhang befinde sich eine ZIP-Datei mit vermeintlichen Bewerbungsunterlagen. Wer sie entpackt und die enthaltene EXE-Datei ausführe, lasse der Schadensoftware freien Lauf, warnen die Cyber-Kriminalitätsexperten der Polizei. Der Trojaner ziele auf Windows-Rechner und werde noch nicht von allen Antivirenprogrammen erkannt. 

Die Beamten haben außerdem noch bekannt gegeben, dass das Bild in den gefälschten E-Mails namentlich eine andere Person zeigt als in den E-Mails angegeben. Die Polizei rät davon ab, für die Entschlüsselung gehackter Computer zu zahlen, sondern stattdessen sofort den betroffenen Rechner vom Netzwerk zu trennen und Anzeige zu erstatten. 

Exzellente Absicherung von Kunst

Mehrwerte der Fine Art Business Partner für Sie

"Ich kann nichts dafür, dass meine Bilder sich nicht verkaufen lassen. Aber es wird die Zeit kommen, da die Menschen erkennen, dass sie mehr wert sind als das Geld für die Farbe." (Vincent van Gogh)

Dass sich dies bewahrheitet hat (nicht nur für van Gogh), zeigt die soeben zu Ende gegangene Kunstmesse Art Basel 2018, für viele die bedeutendste Kunstmesse der Welt. In Zahlen: 291 Galerien aus 35 Ländern, Kunstwerke mit einem geschätzten Gesamtwert von über 3 Mrd. Euro. 

Naturgemäß hat im Laufe der Messe so manches hochpreisige Kunstwerk den Eigentümer gewechselt, wobei die vermögenden Käufer meist anonym geblieben sind. Ein Höchstmaß an Diskretion ist einer der Grundsätze des Kunstmarktes. 

Auch bei der medienwirksamen Rekord-Auktion des Nachlasses von Peggy und David Rockefeller im Mai waren die meisten Interessenten nur anonym per Telefon zugeschaltet und lieferten sich dort ihre Bietergefechte, was dem Erfolg der Versteigerung keinen Abbruch tat: Am Ende des ersten Tages waren 44 Exponate für 646 Mio. US-Dollar verkauft.

Wer erstklassige Kunst erwirbt oder besitzt, erwartet (und benötigt) einen erstklassigen Service. Dazu gehören die konservatorische und restauratorische Betreuung der Kunstwerke, die Logistik (Handling, Verpacken, Transportieren) durch spezialisierte Firmen, eine professionelle Sicherheitsberatung sowie ein individuell zugeschnittener Kunstversicherungsschutz. 

Der spezielle, von Fine Art Business Partners (FABP) gestaltete Versicherungsschutz umfasst nicht nur die aus der normalen Hausratversicherung bekannten Sachgefahren, sondern deckt im Rahmen der Allgefahrenversicherung z. B. auch die einfache Beschädigung (etwa Unachtsamkeit) sowie das Abhandenkommen von Kunstwerken. Sofern Kunden spezielle Lösungen für sammlungsspezifische Problemstellungen benötigen, werden diese von FABP mit den spezialisierten Risikoträgern verhandelt.

Weiterer Unterschied zu den gängigen Hausratdeckungen: Es können "feste Taxen" vereinbart werden. Das heißt, der Wert eines Werkes oder einer ganzen Sammlung wird im Vorhinein ermittelt und gemeinsam mit dem Kunden und dem Versicherer festgelegt. Im Schadenfall ist die Anrechnung einer Unterversicherung ausgeschlossen, die "feste Taxe" bildet die Grundlage der Entschädigung im Totalschadenfall oder auch zur Ermittlung einer eventuellen Wertminderung bei Teilschäden. Denn auch diese werden – im Gegensatz
zu üblichen Deckungen – im Rahmen einer Kunstversicherung von den Versicherern reguliert.

Als Teil der Ecclesia Gruppe mit den Industriemaklern deas, ISO und J. L. Orth steht FABP für Qualität und Verlässlichkeit. Ob Kunsthaus oder Privatperson, sprechen Sie uns an – wir entwickeln für Sie exzellente Absicherungskonzepte.

Kunst in schwierigen Zeiten

Mehrwerte der Fine Art Business Partner für Sie

Oliver Behrens

2017 ist documenta-Jahr. Das „Museum der 100 Tage“, wie die weltweit größte und wichtigste Schau für zeitgenössische Kunst auch genannt wird, findet diesjährig – ein Novum – an zwei gleichberechtigten Standorten statt. Seit dem 10. Juni ist die documenta 14 an ihrem Traditionsstandort Kassel zu sehen. Eröffnet wurde sie allerdings in Athen, wo sie vom 8. April bis zum 16. Juli zu Gast war. Am 17. September endet die Ausstellung dann in Kassel.

Das Motto in 2017, „Von Athen lernen“, mag überraschen, sagt man Griechenland in diesen Tagen ja nicht unbedingt Vorbildcharakter nach. Doch gerade im Angesicht auseinanderbrechender Systeme und wachsender Migrationsströme auf der ganzen Welt kann man Athen, Ort der Krise und der Improvisation gleichermaßen, durchaus auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten, nämlich als einen Standort, der kaum passender – und kaum aktueller – sein könnte.

So oder so: Auch in Zeiten der Krise will Kunst krisenfest abgesichert sein. Fine Art Business Partner (FABP), der Kunstversicherungsmakler der Ecclesia Gruppe, betreut die im Fünf-Jahres-Turnus stattfindende Ausstellung in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal. Damit ist das Team um den versierten Kunstversicherungsexperten Klaus Behrens seit 25 Jahren verlässlicher Partner der documenta in allen Fragen des Risk Managements. Die Absicherung von Kunstrisiken dieser Größenordnung ist per se eine Herausforderung. Der Doppelstandort der documenta 14 machte es den Absicherungsexperten in diesem Jahr nicht einfacher. Die involvierten Versicherer und selbst der „alte Hase“ FABP mussten in vielerlei Hinsicht Neuland betreten, um ein funktionierendes Risk Management-Konzept für die Großausstellung auf die Beine zu stellen. Dazu gehörte u. a. die Begutachtung der Hauptausstellungsräumlichkeiten in beiden Städten.

Im Zuge der Risk Management-Maßnahmen, die bereits vor Eröffnung der documenta zu treffen waren, hat FABP beispielsweise das Marmorzelt der Künstlerin Rebecca Belmore nach Athen begleitet. Das tonnenschwere Kunstwerk, das den Zelten in Flüchtlingslagern nachempfunden ist, wurde in einer spektakulären Aktion mittels Kran auf dem Philopappos-Hügel gegenüber dem Parthenon (Tempel der Akropolis) platziert.

Nach dem Ende der Athener Ausstellung folgt das Marmorzelt der documenta nach Kassel. Um tragfähigen Versicherungsschutz für den Transport des gewichtigen Kunstobjekts von Griechenland nach Deutschland zu erarbeiten, musste das FABP-Team glücklicherweise nicht „von Athen lernen“, sondern konnte auf jahrzehntelanges Know-how rund um Kunst(groß)risiken zurückgreifen.

Dieses Know-how war auch gefragt, als es um die Absicherung eines weiteren spektakulären Großprojekts ging, das auf dem Friedrichsplatz in Kassel präsentiert wird: das Parthenon of Books, ein gigantisches, mit (verbotenen) Büchern bestücktes Objekt, das wie das Original-Parthenon in Athen aufgebaut ist. Der Ausstellungsort ist Programm. Denn genau hier war es, wo die Nazis 1933 Bücher verbrannten.

Mit dem Parthenon of Books setzt die Künstlerin Marta Minujín ein Zeichen gegen Textverbot und Autorenverfolgung – und zeichnet eine weitere Verbindungslinie zum zweiten documenta-Standort Athen.

Jetzt, wo die documenta 14 in vollem Gange ist, hat das FABP-Team einen großen Teil seiner Arbeit bereits hinter sich. Längst geknüpft und festgezurrt ist das stabile Sicherheitsnetz für die enormen Werte, die es bei einer Ausstellung dieser Größenordnung zu schützen gilt – von den immateriellen Werten ganz zu schweigen. Doch natürlich sind die FABP-Experten auch während der Laufzeit der documenta im Einsatz und auch dann noch, wenn nach Toresschluss der Rücktransport der Kunstwerke ansteht.

Wie in unserer Gruppe üblich, profitieren FABP-Kunden von einem ganzheitlichen Service, der auf drei Säulen ruht: Absicherungs-, Risiko- und Schadenmanagement.

Kunst und Kriminalität

FABP: Workshop zum Thema Kunstdelikte

Millionenschwere Ware, diskrete Transaktionen, anonyme Käufer, kaum Kontrolle: Kunst ist wertvoll, der Markt oft intransparent – ein ideales Spielfeld für Kriminelle. Die Palette der dunklen Machenschaften reicht vom Handel mit gefälschten Kunstwerken über Diebstahl und Artnapping bis hin zu Geldwäsche und Unterschlagungsdelikten.

Organisierte Kriminalität bedroht alle Kunstmarktteilnehmer gleichermaßen, weiß man bei Fine Art Business Partner (FABP), dem Kunstversicherungsmakler der Ecclesia Gruppe.

Round Table: Lösungsansätze in der Diskussion

Um sich der Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern, hat FABP einen Experten-Workshop zum Thema „Kunst und Kriminalität“ initiiert.

Am 15. Oktober fand sich ein geladener Teilnehmerkreis zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch in den Kölner Geschäftsräumen ein. Der paritätisch besetzte „Runde Tisch“ bestand aus Vertretern führender Kunstversicherer sowie Experten aus den Bereichen Kunstwerkanalyse und Sammlungsbetreuung. Zudem begrüßte das FABP-Team René Allonge, Kriminalhauptkommissar beim Landeskriminalamt (LKA) Berlin, der einen Vortrag aus seinem Alltag im Dezernat Kunstdelikte mitgebracht hatte (mehr dazu auf Seite 3).

Sinn und Zweck der mehrstündigen Veranstaltung war es, die Vertreter der unterschiedlichen Kunstmarkt-Bereiche an einen Tisch zu bekommen, um gemeinsam über Lösungsansätze zur Bekämpfung von Kunstkriminalität und Präventivmaßnahmen zu diskutieren.

FABP-Leiter Klaus Behrens hofft, dass die gewonnenen Erkenntnisse zu gegebener Zeit auch in Verbänden und Gremien weiter vertieft werden. Er schließt nicht aus, dass zukünftig auch entsprechend angepasste Wordings/Verbandsklauseln in Kunstversicherungsverträgen Einzug halten werden.

Die Teilnehmenden werteten den Workshop im Nachgang als richtungsweisenden Erfolg. Man will weiter im Dialog bleiben und dem Phänomen Kunstkriminalität künftig mit vernetztem Wissen (z.B. mit entsprechenden Datenbanken etc.) begegnen. Eine Folgeveranstaltung ist bereits für kommenden Frühsommer geplant. „Käuferstrukturen“, „Zahlungsflüsse“ und „Cyberkriminalität“ sind die avisierten Themen (Näheres über info@fabp-kunst.de).

Vortrag: Der Polizei über die Schulter geschaut

Highlight des Tages waren die interessanten Einblicke in den Polizeialltag, die Kriminalhauptkommissar René Allonge der Zuhörerschaft mit seinem Referat gewährte.

In den Händen von Kunstdieben und Hehlern

Zu den „Standarddelikten“, mit denen sich Allonge und seine Kollegen zu befassen haben, gehören zweifelsfrei Kunstdiebstähle. Die Zahl der Auftragsdiebstähle sei allerdings verschwindend gering, betonte der Hauptkommissar. In seiner Laufbahn habe es nur zwei Fälle gegeben, die er dieser Kategorie zuordnen würde.

Weit häufiger komme Beschaffungskriminalität vor: D.h. Kunsträuber – in der Regel organisierte Banden – erbeuten gezielt Kunstwerke und verkaufen das Diebesgut an einen Hehler. Häufig werden die „Preise“ in prozentualer Abhängigkeit vom offiziellen Marktwert der Objekte angesetzt (Faustregel: rund 30 %). Dies lasse auf Profis mit guter Marktkenntnis schließen, erklärt der Experte.

In den Katakomben des heimlichen Sammlers

Manchmal bekommen es die LKA-Beamten auch mit geradezu hollywoodreifen Fällen zu tun. So ist etwa der aus zahlreichen Filmen bekannte Typus „triebhafter Kunstsammler“ durchaus nicht immer Fiktion, wie Allonge bestätigte.

Täter wie diese beschafften sich Kunstwerke, um sie krankhaft zu horten – meist verborgen vor den Augen der Welt. An den unrechtmäßigen Besitzer und die illegal erworbene Kunst heranzukommen, sei für den Arm des Gesetzes daher nicht leicht. Dass die Aufklärungsrate dennoch bei immerhin 43 % liegt, ist laut Allonge vor allem der guten Vernetzung des LKA mit dem Kunsthandel geschuldet.

Mit versierter Hand gefaked

Nicht minder filmreif sind spektakuläre Fälle von Kunstfälschungen. Das LKA geht davon aus, dass organisierte Fälscherringe heute bereits in vielen Teilbereichen des Kunstmarkts tätig sind (unsere Fotos zeigen abgekupferte Stücke aus einem Kunstfälscherskandal, bei dem ein immenser Schaden entstand).

Dass Kunstfälschungen ein großes Thema sind, bestätigt auch Dirk Heinrich, Managing Director der AXA Art Versicherung AG, FABP-Partner und weltweit marktführender Kunstversicherer: „Wir beobachten diese Entwicklung sehr genau; dies insbesondere auch im Hinblick auf die Perspektiven, welche sich durch die fortschreitende Digitalisierung ergeben.“

Auf den verschlungenen Wegen des Geldes

Fälschern kann man – freilich mit einem Augenzwinkern – eine gewisse Begabung sicherlich nicht absprechen. Um sich im Kunstgeschäft in betrügerischer Absicht zu bereichern, bedarf es jedoch nicht zwangsläufig eines künstlerischen Talents. Auch Geldwäsche und Unterschlagung finden passende Voraussetzungen im wenig transparenten „Dickicht“ der internationalen Kunstszene.

Diejenigen, die sich Kunst kaufen oder in Kunst investieren, legen oft großen Wert darauf, unerkannt zu bleiben. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass Transfers über kaum nachvollziehbare Wege erfolgen und die kostbare Ware anonym den Besitzer wechselt.

Weitgehend abgekoppelt von den ansonsten strengen Regularien des Finanzmarkts, agiert der internationale Kunstmarkt auch heute noch fast unbehelligt in einer „Nische“. Auch Zollfreilager geraten in diesem Zusammenhang immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit.

Im Schmelzofen und in der Schrottpresse

Ein nach wie vor sehr häufig zu beklagendes Szenario ist laut Allonge Buntmetallklau (wir berichteten). Längst machten die Diebe auch vor wertvollen Kunstgegenständen nicht mehr Halt, obwohl es ihnen allein darum gehe, das Material – Bronze, Kupfer und Co. – zu Geld zu machen.

Ungeachtet der künstlerischen, historischen oder ideellen Werte, entwendeten die Diebe mit Vorliebe große Skulpturen, um sie zu zerlegen und die Materialien Schrotthändlern und Gießereien anzubieten – meist zu einem Bruchteil des tatsächlichen künstlerischen Werts.

In den Fängen von Entführern

Seit einigen Jahren spielen im Ermittlungsalltag der Polizei auch Fälle von Artnapping zunehmend eine Rolle (wir berichteten). Kunstwerke würden sozusagen als „Geiseln“ genommen, um von den Eigentümern und/oder Versicherungen „Lösegelder“ zu erpressen.

Ähnlich wie bei den Preisen für Hehlerware, lägen auch den Forderungen von Artnappern oft die regulären Marktpreise zugrunde. Auch in diesem Bereich habe man es daher vielfach mit Profis zu tun.

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